Am 27.2.2013 hab ich einen Traum von mir wahr werden lassen. Ein Helikopterflug, bei dem man selber mal versuchen kann. Bei Bonsaiheli in Altenrhein wurde mein Traum wahr. Ein absolut einmaliges und geniales Erlebnis. R22Als ich den R22 zwischen den anderen Helikoptern sah, wurde mir etwas mulmig. Ich zweifelte auf einmal, ob dieses Gefährt überhaupt fliegt. Die Kabine in der grösse eines Smarts einfach mit einem Schwanz und 2 Rotorblätter. Die Einweisung von Christoph, dem Piloten, begann schon mal in der Halle. Reinsetzen, Steuerknüppel bewegen, und Rotorblätter beobachten. Sich bewusst machen, was passiert. Danach wird der Vogel vor die Halle gefahren. Draussen im Cockpit begann dann die Einweisung in die verschiedenen Geräte. Also im Auto ist das nicht so kompliziert. Wenn man bedenkt, dass ein Heli in alle Richtungen ausbrechen kann, ist mir jetzt klar, warum es soviele Parameter zu beachten gibt. Dabei ist der Faktor Wind noch nicht einberechnet, was sich auf dem Rückflug dann auch bemerkbar machte. Alles erklärt, Kopfhörer angepasst, Funk überprüft Tower kontaktiert und Starterlaubnis erhalten. Jetzt gehts los. Der Motor läuft, die Rotorblätter fangen an sich zu bewegen, der R22 vibriert und bald war nur noch ein brummen und ein leichtes rütteln zu hören, beziehungsweise zu spühren. Als der Motor warm

Helikopter

war, zog man mit der linken Hand an einem Hebel der mich an meine Handbremse im Auto erinnerte. Gleichzeitig mit den Füssen schauen dass das „Ding“ nicht rechts oder links wegdreht, und mit der rechten Hand den Steuerknüppel möglichst so balancieren, das der Heli schön waagrecht bleibt. Gottseidank hat das beim Start alles Christoph gemacht. Es war an dem Tag im Flachland neblig mit ca 6-8 km Sicht. Wir flogen zunächst über der Autobahn Richtung Rheintal. Ich durfte die Kontrolle über dieses recht eingewillige Ding in der Luft

übernehmen. Jede noch so kleinste Bewegung war spürbar. Gottseidank war ich ja nicht alleine. Nun konnten wir durch ein Wolkenloch über die Wolkendecke hinaus fliegen.

säntis

Was sich da bot war ein Blick der Superlative. Selbst Christoph hat gesagt, sowas gibt es selten. Ich genoss den Ausblick und das Feeling der freien Bewegung. Auf dem Rückflug landeten wir kurz auf einem kleinen Wiesenstück. Die Ansage des Piloten: „Jetzt darfst du mal die Königsdisziplin eines Helikopterpiloten ausprobieren.“ Schwebeflug, konstant 150cm über dem Boden, waagerecht bleiben und die Nase immer in der gleichen Richtung halten. Also das Abheben hat gut geklappt, danach wurde es etwas schwierig. Nach ca 10 Flugstunden soll das anscheinend machbar sein, meinte Christoph und hob lachend ab Richtung Flughafen Altenrhein. Oben durfte ich nun wieder fligen. Zwischendurch taumelten wir ganz schön in der Luft herum. Eine Bahn an der Chilbi ist ein Dreck dagegen. Als ich gegen Ende des Fluges dachte, das ganze etwas im Griff zu haben, kamen Winde auf. Rauf, runter, links, rechts. Ruhig bleiben, Schütteln tuts sowieso und ausweichen kann man ja nicht. Da stieg der Adrenalinspiegel ruckartig doch etwas an. Die Landung übernahm dann wieder Christoph. Das war auch gut so. Wer technisch begeistert ist, keine Flugangst hat und koordinatorisch nicht grad ein Elefant im Porzellanladen ist sollte sich mal so einen Schnupperflug anschauen. Es war eines meiner tollsten Erlebnisse.